Montag, 27. August 2007

Mein erster Eintrag

So nun ist es soweit, auch ich habe mich dafuer entschieden einen Blog zu verfassen. So koennt Ihr waehrend meines Auslandsaufenthaltes an meinen Erlebnissen teilhaben. Da ich inzwischen schon 2 Wochen in Yogya bin habe ich einiges zu berichten.

Nachdem ich und eine andere Austauschstudentin (Sandra) aus Pforzheim am Montag, den 13. August in Jakarta gelandet sind, haben wir eine Nacht in Jakarta uebernachtet. Das Hotel war zwar sehr bescheiden, dafuer aber guenstig. Um einen ersten Eindruck der Landschaft Javas zu erhalten entschieden wir uns dafuer, am naechsten Tag eine 8-Stunden-Zugfahrt auf uns zu nehmen.
Nach wenigen Stunden schlaf, dafuer aber umso mehr Moskitostichen machten wir uns am naechsten Morgen um 7 Uhr auf den Weg zum Bahnhof um anschliessend ueber eine Stunde warten zu muessen. Den Indonesen machte dies offensichtlich wenig aus. Spaeter erfuhren wir, dass die Zuege in Indonesien grundsaetzlich zu spaet kommen. Als wir dan am Abend mit ueber 2 Stunden verspaetung in Yogya ankamen wurden wir von Deva abgeholt. Sie war selbst 2 Semester zuvor als Austauschstudentin in Pforzheim.
Sie brachte uns zu unserer Unterkunft die Sandra uns bereits im Vorfeld organisiert hatte. Es ist ein recht schoenes Haus mit 12 Zimmern. Jedes der Zimmer hat ein eigenes Badezimmer inklusive Badewanne, was fuer Indonesische Verhaeltnisse schon ziemlich luxurioes ist.

Diese erste Nacht musste ich dann erstmal einige Stunden Schlaf nachholen und schlief ueber 12 Stunden bis die Moschee gegenueber es schaffte mich zu wecken. Wir fuhren dann mit dem Taxi in die Innenstadt um uns den Stadtkern anzusehen. Sandra wurde gleichmal in einer der zahlreichen Batikgalerien uebers Ohr gehauen. Am Abend assen wir dann in einem Warung, so nennt man die Strassenstaende in denen Essen verkauft wird. Generell kann man alles auf der Strasse kaufen. Die Gehwege sind vollmit Warungs, Haendlern, Schuhgeschaeften, Benzinverkaeufern, Werkstaetten fuer Mopeds und so weiter. Als Fussgaenger muss man staendig auf die Strasse ausweichen.

Am Donnerstag gingen wir dann erstmal zur Universitas Gadjah Mada um uns im Auslandsamt vorzustellen. Die Uni ist echt riesig und hat etwa 55000 Studenten. Allein in der Fakultaet fuer Oekonomie studieren ca. 6000 Menschen. Auf dem Kampus denkt man wirklich, man waere in einer anderen Welt. Nur wenig deutet auf die allgemeine Armut des Landes hin. Im Auslandsamt erfuhren wir welche Kurse genau angeboten werden und wann Ferien und Pruefungen sind. Zwar sind im Oktober und im Dezember/Januar Ferien, doch leider sind direkt im Anschluss auch die Midterms bzw. Final Exams. So kommt in den Ferien wenn dann nur ein kuerzerer Trip in Frage.

Am Samstag gingen wir dann mit Deva und einigen ihrer Freunde an den Strand von Parangtritis. Dort fand ein internationaler Drachenflieger-Wettbewerb stattfand.
Leider konnten wir dort nicht schwimmen, weil der Indische Ozean an dieser Stelle zu gefaehrlich ist.
Anschliessen fuhren wir in ein Fischerdorf um frischen Fisch zu essen. Es war unglaublich lecker. Allerdings mussten wir eine Stunde warten, was mit der Zeit etwas unbequem wurde zumal wir auf dem Boden sassen.

Am Sonntag trafen wir uns mit unserer Sprachlehrerin. Sie ist eigentlich eine Deutschlehrerin, bei der ein Freund von Deva, Redo, deutsch gelernt hat. Wir vereinbarten mit ihr in der darauf folgenden Woche jeden Morgen 2 Stunden Unterricht zu nehmen.

Von Freitag, den 24. August bis Sonntag, den 26. August mieteten wir uns ein Auto und machten mit Redo und Deva einen Trip durch Zentraljava. Zunaechst fuhren wir zum Dieng Plateau. Es ist ein Tal in den Bergen auf 2500 Metern Hoehe. Wir mieteten uns zwei Zimmer in einem kleinen guenstigen Hotel und besichtigten anschliessend dampfende Krater sowie ein Museum mit Hindufiguren aus dem 8 Jahrhundert n.Cr.
Am naechsten Morgen standen wir um 4 Uhr auf um den Sonnenaufgang von einem Berg betrachten zu koennen.


Mit dem Auto fuhren wir dann zu einer Stelle von der aus es nur etwa 25 Minuten Fussweg bis zur Aussichtsstelle waren. Dort trafen wir zufaellig 2 Bagpacker aus Darmstadt und Frankfurt. Der Sonnenaufgang war Wunderschoen: Nebel unter uns, Sicht auf Berge und Vulkane. Das fruehe aufstehen hatte sich wirklich gelohnt. Anschliessend besichtigten wir auf dem Dieng-Plateau noch weitere dampfende Krater, einen Tempel und einen See der in verschiedenen Farben leuchtete.



Anschliessend machten wir uns auf den Weg zu unserem naechsten Ziel Ambarawa. Dort besichtigten wir ein Lokomotivmuseum. Wir erfuhren das fuer 15 Uhr eine Rundfahrt mit einem alten Zug mit Dampflok gebucht war. Wir dachten uns, dass wir uns da vielleicht anschliessen koennten.
Um Zeit zu ueberbruecken fuhren wir an einen See. Wir machten dort eine kleine Bootsrundfahrt. Auf dem See gab es viel Fischzucht und auch einige Fischer konnten bei ihrer Arbeit beobachtet werden. Anschliessend ging es wieder zu dem ehemaligen Bahnhof (Museum). Als ich erfuhr, dass der Zug von der indonesischen Nationalbank gebucht war, sah ich eigentlich schwarz fuer die Rundfahrt. Es war fuer sie jedoch kein Problem dass wir mitfuhren, da sie zwei Waggons gemietet hatten aber nur 25 Personen waren. Nach unserer Zugfahrt setzten wir unsere Reise nach Semarung fort. Eine Stadt am Jawasee (das Meer noerdlich von Java. Dort angekommen mussten wir etwa 2 Stunden suchen bis wir ein Hotel fanden in dem noch Betten frei waren und das unseren Preisvorstellungen entsprach. Da wir alle sehr erschoepft waren unternahmen wir am Abend nichts mehr.
Am naechsten Morgen besichtigten wir dann noch eine chinesische buddhistische Tempelanlage. Bandungen hat den groessten Chinesenanteil in Java (vielleicht auch Indonesien??). Daraufhin ging es zu einem 85 Meter hoher Wasserfall in der Naehe von Solo. Ich musste unter ihm natuerlich gleich mal eine Dusche nehmen. Anschliessend streichelte ich noch einen Affen. Auf unserem Rueckweg nach Yogya machten wir noch kurz halt in Solo und assen ein Lokales gericht (Nasi Liwet). Danach fuhren wir noch an Pambanan vorbei, einer alten Hinduistischen Tempelanlage mit 999 Tempeln. Da es dunkel war, konnte man jedoch leider nicht mehr viel sehen.

Sobald ich in der Uni eine schnellere Internetverbindung nutzen kann werde ich euch Bilder nachreichen. Im Moment bin ich leider noch auf das Internetcafe angewiesen.